Engagement und Verantwortung – bald Pflicht, an der Körschtalschule längst Alltag

Engagement und Verantwortung – bald Pflicht, an der Körschtalschule längst Alltag

Während das neue Fach “Engagement und Verantwortung” an Schulen in Baden-Württemberg ab dem kommenden Jahr verpflichtend eingeführt werden soll, gehört es an der Körschtal Gemeinschaftsschule bereits seit 4 Jahren zum Alltag. Die so genannten Projektstunden namens “Our Future” sind hier nicht nur ein fester Bestandteil des Stundenplans, sondern ein lebendiger Raum für Kreativität, Eigenverantwortung und gemeinsames Lernen.

Das Besondere: Der Projektnachmittag findet klassenübergreifend in den Jahrgangsstufen 7 und 8 statt. Die Schülerinnen und Schüler wählen ihre Themen selbst – ebenso wie ihre Gruppenmitglieder. Sie schließen sich nach Interessen zusammen und gestalten den gesamten Arbeitsprozess eigenständig. Der inhaltliche Rahmen wird durch die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung vorgegeben, die als Orientierung und Inspirationsquelle dienen.

Die Rolle der Lehrkräfte verändert sich dabei bewusst: Sie agieren nicht als klassische Wissensvermittler, sondern als Begleiter, Unterstützer und Ansprechpartner. Planung, Organisation und Umsetzung liegen in den Händen der Schülerinnen und Schüler. Auch eine Bewertung im herkömmlichen Sinne gibt es nicht – ein entscheidender Faktor, der den Jugendlichen ermöglicht, sich frei auszuprobieren und neue Wege zu gehen.

Gerade zu Beginn stellt diese Freiheit viele vor Herausforderungen. Nicht jedes Projekt gelingt auf Anhieb, und auch Rückschläge gehören dazu. Doch genau darin liegt ein zentraler Lernaspekt: Scheitern wird nicht als Misserfolg verstanden, sondern als wertvolle Erfahrung.

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigen zahlreiche gelungene Projekte aus der Vergangenheit. So organisierten Schülerinnen und Schüler beispielsweise ein nachhaltiges, veganes Backprojekt mit Grundschulkindern. Andere planten und veranstalteten ein E-Sports-Turnier. Weitere Ideen wie eine Talentshow, die Neugestaltung des Flurs vor den Klassenzimmern oder ein Memory-Spiel zu den 17 Nachhaltigkeitszielen sind bereits in Vorbereitung.

Die Projektstunden zeigen eindrucksvoll, wie Schule auch aussehen kann: selbstbestimmt, praxisnah und motivierend. Was andernorts noch eingeführt wird, ist hier längst gelebte Praxis!

 

Carolin Batschkowski (Oberstudienrätin)